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Teamgeschichte

Beim Hexer im Entlebuch

Teamfoto
Dieter, Reto, Michel, Bernadette, Holzmann, Fabio, Sven, Adrian, Martin, Dietmar, Claudia und Camilla
Natur pur und alchemistische Kochkunst

 Dieter Herzmann | 29.05.2026

Wer kennt sie nicht, die geheimen Wünsche auf der eigenen Bucket List: Einmal im Leben möchte ich... So ein Wunsch ging mit dem Besuch von Stefan Wiesners Mysterion in Erfüllung!

 

Im Weiler Bramboden, eingebettet in die Natur der UNESCO Biosphäre Entlebuch und mit wunderbarem Ausblick gesegnet, taucht man in eine Wunderkammer des kulinarischen Entdeckens, Experimentierens und Geniessens ein, die einmalig auf der Welt ist. Man staunt über die alchemistische Kochkunst voller Besonderheiten und unerwartete Momente. Und wenn man den Geschichten von Stefan Wiesner lauscht, dann fühlt man sich aufgehoben in einer Welt, deren Philosophie Ethik, Ökologie, Kultur, Architektur, Ästhetik, Kunst und den Mut für Unübliches charmant verbindet. Haltung und Handeln sind der Anthroposophie und der Spagyrik angelehnt, herzlich den Menschen zugewandt und mit viel Passion gelebt.

Danke Stefan, du bist ein feiner Kerl mit wundersamen Fähigkeiten. Danke auch Jo Wiesner und dem ganzen Mysterion-Team für diesen unvergesslichen Tag.

Der Weg ist das Ziel

Schon der Weg aus der Ostschweiz ins Entlebuch bot einige Leckereien: Die einen hatten sich schon in den frühen Morgenstunden einen Leberkäs-Semmel gegönnt, während andere frische Gipfeli im Auto verspeisten und die dritte Gruppe in der Konditorei von Rotz in Cham süsse Köstlichkeiten und die wohl besten Mandelgipfel diesseits der Alpen genoss.

Am einst modernsten Logistikzentrum Europas (ehemals Versandhaus Ackermann) vorbei führt eine schmale Strasse zum Weiler Bramboden, wo am Weg eine Brennerei montiert auf einem Lastwagen und die ersten Kohlenmeiler der Napf-Köhler zu entdecken waren.

Angekommen in der «Weitsicht» wurde auf dem Kinderspielplatz sofort der Holzjeep in Beschlag genommen und Stefan Wiesners Hündin bereitete uns einen überaus freudigen Empfang.

 

Blick in die Wunderkammer

Wir staunten nicht schlecht, als wir Stefan Wiesners Mysterion betraten. Eine Wunderkammer gespickt mit allerlei Kunstwerken, Reagenzgläsern, Destillationskolben, Gewürzen, Kräutern, Eingemachtem, Hochprozentigem, Lesenswertem und vielem mehr. Auf der Terrasse standen mehrere Feuerringe mit wunderbar drapiertem Gemüse bereit und in der Stube erwarteten uns fein angerichtete Plättli zur Begrüssung. Wahrlich eine Alchemisten-Werkstatt mit ganz besonderem Charme!

Mit einem herzlichen Händedruck und spannenden Geschichten aus Stefan Wiesners Leben und Wirken starteten wir ins Abenteuer. Die Erzählung vom Beklingen des Salzes spannte einen wunderbaren Bogen zum letzten Topix-Ausflug in die Klangwelt Toggenburg: So überreichte Dieter das vergriffene Werk «Klang» von Peter Roth und dankte Stefan für die Möglichkeit, in einen «alchemistischen Resonanzraum» eintauchen zu dürfen.

Messerscharf

Zum «Mysterion» gehört auch Jo Wiesners Messerschmiede. Stefans Sohn liess es sich nicht nehmen, uns in die Welt der Metallurgie, der Stahl-Falttechnik, des Unterschieds von Kohlenstoffstahl und Chromstahl, der Schnitthaltigkeit und der Messerpflege einzuführen. Seine Damaszener-Messer bestehen aus 150 bis 300 Lagen Stahl! Echtes Feuer-Handwerk eben.

 

Ran ans Feuer

Schürzen anziehen, Buchenholz nachlegen und nach Anleitung von Stefan und seinem Team Hand anlegen. Dazu als erstes mit Bärlapp das Feuer begrüssen und gehörige Stichflammen produzieren.

Gemüse unter übergestülpten Pfannen garen, den Fleischmocken einfach in die Glut werfen, danach auf Schindeln am heissen Stein niedergaren, den Fisch auf dem Moosbett bereit machen und mit einer ganzen Flasche Weisswein tränken, mit Kohle versetzten Brotteig kneten, Arvenholzessenz für das Glacé destillieren, weitere Fische auf dem Heubett in Backpapier einwickeln, ganze Rinderknochen am Feuerring aufheizen, bezuckerte Äpfel mit dem Bunsenbrenner karamellisieren, Käse anrühren und «ä Grossmuäter» brutzeln, Brot knusprig backen, Fleischstücke zerkleinern und in Gedärm verwursten, Cervelatbutter herstellen, Sablés kreieren usw. usw.

 

 

 

Koch- und Geschmackskunst

Stefan Wiesners Erfahrung am Feuerring und seine Experimentierfreude lassen Köstlichkeiten und wahre Geschmacksexplosionen entstehen. Die Philosophie des achtsamen Entnehmens der Zutaten aus der Natur, dieses Auseinandernehmen und in neuer Kombination wieder Zusammensetzen, ist grosse Kunst. Ohne Zubereiten und Verkosten würde man nie glauben, dass Cervelatbutter, Kohlenbrot oder Glacé mit Arvenholzdestillat so wunderbar schmecken. Und sicher keiner von uns hatte zuvor ganze Rinderknochen zersägt, das Knochenmark herausgelöffelt oder gar mit der Kettensäge Arvenholzspäne fürs Dessert produziert.

 

Ein Genuss

Das stundenlange Arbeiten am Feuerring wurde fotografisch minutiös festgehalten und forderte seinen Tribut: Durst stillen mit Wasser, der «zämä»-Limonade oder mit zwei, drei Bier war angesagt. Und dabei zwischendurch pausieren und den einmaligen Ausblick ins Entlebuch geniessen. Apropos: Zu einigen Gläsern Wein wurden schliesslich all die zubereiteten Leckereien genüsslich verzehrt.

Weitsicht hallt nach

In der wunderschönen Landschaft des Entlebuch gibt es neben Stefan Wiesners Mysterion noch vieles zu entdecken: Barb Grossenbachers Edelwhite Gin probieren, rund um den Napf nach Gold schürfen oder das alte Handwerk der Köhlerei bei Doris Wicki kennenlernen. Doris, zufälligerweise an diesem Tag ebenfalls in der «Weitsicht» engagiert, hatte uns verraten, dass sie zum 100 Jahr-Jubiläum des Kirchenchors Bramboden mit dem ganzen Chor die Klangwelt Toggenburg besuchen möchte. Kurzerhand hat das Topix-Team den Kontakt ins Toggenburg hergestellt. Vielleicht wird es dereinst auch heissen: Bramboden klingt gut!

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